Was würden Sie heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?
Technologie entwickelt sich ständig weiter und der Arbeitsmarkt ist im Umbruch. Ein Hard-Skill, das heute gefragt ist, ist morgen vielleicht schon überflüssig. Der menschliche Faktor – die Soft-Skills – sind wesentlich schwerer von Informationstechnologie zu ersetzen. Bei der Wahl von Lehrveranstaltungen oder Projekten würde ich jene empfehlen, die kritisches Denken und selbstständiges Arbeiten fördern und Flexibilität verlangen.
Was vermissen Sie heute aus Ihrer Studienzeit an der PLUS?
Ich vermisse die Freiheit, in viele verschiedene Thematiken einzutauchen. In meiner Zeit an der PLUS habe ich Wahllehrveranstaltungen in unterschiedlichen Studienrichtungen wie Biologie, Psychologie, Soziologie, etc. absolviert. Es war eine Phase des puren Entdeckens und Lernens.
Warum haben Sie sich für ein Studium der Kommunikationswissenschaft entschieden?
Ich entschied mich damals für Kommunikationswissenschaften, weil es eine vielfältige und flexible Studienrichtung ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der vermeintliche Traumberuf bei näherer Betrachtung doch nicht immer den Erwartungen entspricht. Kowi ist flexibel und kann den Einstieg in verschiedenste Branchen ermöglichen. Eine Karriere kann man nicht 100% planen. Hätte ich zu Studienbeginn eine Wette abgeschlossen, wie mein beruflicher Werdegang verlaufen würde, hätte ich sicherlich das ganze Geld verloren.
Gibt es Berührungspunkte zwischen Ihrem Studium und Ihrer heutigen Arbeitsstelle?
Es gibt definitiv Berührungspunkte zwischen dem Kowi-Studium und meiner heutigen Arbeit mit Übersetzungen und kulturellen Anpassungen. Inhalte zu interkultureller Kommunikation sind offensichtlich, aber auch praktisches Wissen über Statistik, Datenanalyse, Recherche und Videobearbeitung hat sich bewährt.
Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf am meisten?
Die tägliche Zusammenarbeit mit Personen aus verschiedensten Ländern und Kulturen ist die faszinierendste Facette meines Berufs. Interkulturelle Kommunikation bietet Perspektive, lehrt Flexibilität und hilft dabei, sich selbst besser kennenzulernen. Durch Gespräche mit Menschen, die Dinge mitunter ganz anders sehen, beginnt man Aussagen wie „das ist einfach so“ oder „das muss so sein“ zu hinterfragen. Oft haben wir viel mehr Wahlmöglichkeiten und Optionen für ein authentisches Leben, als uns bewusst ist.