Corinna Peil über kommunikation.medien: Publizieren als Care-Praxis
Unser Fachbereichsjournal kommunikation.medien steht im Mittelpunkt eines neuen wissenschaftlichen Artikels von Corinna Peil.
Das Fachbereichsjournal kommunikation.medien ist ein Open-Access-Journal, das seit 2011 am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg erscheint – und das nun selbst Gegenstand wissenschaftlicher Analyse ist.
In ihrem Artikel „Publizieren als Care-Praxis“, erschienen in der Fachzeitschrift kommunikation@gesellschaft, untersucht Corinna Peil das Journal als Beispiel für ein kollaboratives, von Masterstudierenden getragenes Publikationsformat. kommunikation.medien erscheint im Diamond-Open-Access-Modell: ohne Publikationsgebühren, ohne kommerzielle Anbindung, mit Double-Blind-Peer-Review und seit 2018 im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet.
Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Frage, wie ein solches Projekt über mehr als ein Jahrzehnt funktionieren kann, obwohl es jedes Jahr von einer neuen Studierendenkohorte getragen wird. Peil nutzt dafür die Perspektive der Care-Ethik: Wissenschaftliches Publizieren, so ihr Argument, beruht nicht nur auf technischen und institutionellen Voraussetzungen, sondern ebenso auf geteilter Verantwortung, kontinuierlicher Koordination und wechselseitiger Aufmerksamkeit – zwischen Studierenden, Lehrenden und institutionellen Unterstützungsstrukturen wie der Universitätsbibliothek Salzburg.
Der Artikel beleuchtet konkret, wie Redaktionsaufgaben verteilt werden, wie Gutachterprozesse als dialogische Praxis vermittelt werden und welche Rolle institutionelle Einbettung für die Nachhaltigkeit des Projekts spielt. Dabei zeigt sich: Graduate-led Publishing funktioniert nur mit tragfähigen Ermöglichungsstrukturen – personell, finanziell und organisatorisch.
kommunikation.medien versteht sich als Publikationsort für Early-Career-Forschende, die ihre Abschlussarbeiten als begutachtete Artikel veröffentlichen möchten. Es schließt damit eine Lücke, die etablierte Fachzeitschriften für Erstautor:innen oft offen lassen. Der Beitrag von Corinna Peil macht deutlich, dass dieses Modell weit mehr ist als ein Lehrprojekt – es ist eine Form wissenschaftlicher Zusammenarbeit, die alternative Publikationspraktiken jenseits marktlogischer Paradigmen erprobt und lebt.
Der Artikel ist frei zugänglich und steht unter CC-BY-Lizenz.
→ Zum Artikel: https://journals.sub.uni-hamburg.de/hup2/kommges/article/view/1864
→ Zum Journal: https://eplus.uni-salzburg.at/JKM


