Horizont – Thomas Birkner zu Künstlicher Intelligenz im Journalismus
„So können wir den Medienkonsument:innen klarmachen: Da stecken tatsächlich Menschen mit journalistischer Ausbildung dahinter.“
Im Interview mit dem Branchenmagazin HORIZONT plädiert Professor Dr. Thomas Birkner, Leiter der Abteilung Journalistik an der Universität Salzburg, für eine offensive Kennzeichnung von KI im Journalismus.
Anlass: ein mutmaßlich KI-generierter Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen“. Der Fall hat in der Branche eine Debatte darüber ausgelöst, wie viel KI heute schon in redaktionellen Texten steckt. Seriös quantifizieren lasse sich das bislang nicht, sagt Birkner.
Entscheidend sei aber die Unterscheidung: Wurde ein Text komplett von KI verfasst? Oder kam KI nur an einzelnen Stellen des Arbeitsprozesses zum Einsatz – etwa bei der Themenfindung oder bei einzelnen Formulierungen?
Sein Vorschlag geht deshalb über eine reine Warnkennzeichnung hinaus. Er denkt an einen Infokasten, der ausweist, welche Teile eines Beitrags mit Hilfe von KI entstanden sind – und welchen Anteil die Redakteurin oder der Redakteur an der Geschichte hatte.
Also: Kennzeichnung nicht als Makel, sondern als Qualitätsmerkmal. Ab welchem KI-Anteil das nötig wird, werde die Branche in den kommenden Jahren aushandeln müssen.
… Interview (HORIZONT, 28. August 2026, Autor: Daniel Kortschak; pdf-file)
… Interview (detto; Link)


