Suay Melisa Özkula untersucht Misogynie in Memes
Eine neue Studie analysiert, wie Memes frauenfeindliche Narrative unsichtbar machen – und warum das so schwer zu bekämpfen ist.
Suay Melisa Özkula (Center for ICT&S, Universität Salzburg) und Patricia Prieto-Blanco (Lancaster University) entwickeln im Fachjournal New Media & Society das Konzept der „memetischen Misogynie“: eine Form visueller, geschlechtsbezogener Gewalt, die durch Humor, Mehrdeutigkeit und plattformspezifische Verbreitung oft unbemerkt bleibt. Anhand von drei Fallstudien – Memes über Greta Thunberg, sogenannte „Karen“-Memes sowie antifeministischen Inhalten rund um den Hashtag #SisterIDoBelieveYou – zeigen die Autorinnen, wie misogyne Botschaften durch Bild, Ästhetik und Kontext codiert werden. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Meme-Inhalten, Plattformlogiken und den kulturellen Gemeinschaften, in denen diese Inhalte zirkulieren. Dieses Zusammenspiel erzeugt, was die Autorinnen „Mythologien memetischer Misogynie“ nennen: geschlechtsbezogene Narrative, die frauenfeindliche Ideen als natürlich und zeitlos darstellen. Die Studie erscheint in einem Sonderband der Zeitschrift und ist open access verfügbar.
Özkula, S. M. & Prieto-Blanco, P. (2026). Just a meme? The role of context in mythologies of memetic misogyny. New Media & Society, 28(4), 1592–1618. https://doi.org/10.1177/14614448251396942


