Grünangerl bei DORFTV: RTR-Studie zum nichtkommerziellen Rundfunk
Manuela Grünangerl diskutierte live auf DORFTV, warum der Beitrag des nichtkommerziellen Rundfunks zur Demokratie nach anderen Maßstäben gemessen werden muss als Marktreichweite.
Wie misst man die gesellschaftliche Wirkung eines Mediums, das keine Werbung schalten darf und Laien einlädt, selbst Programm zu machen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Studiodiskussion auf DORFTV, an der Manuela Grünangerl, Senior Lecturer am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg, teilnahm.
Grünangerl stellte die Studie „Nichtkommerzielle Rundfunkveranstalter: Was sie tun und was sie leisten“ vor, die sie gemeinsam mit Felix Kramer und Josef Trappel im Auftrag der RTR erarbeitet und im März 2026 in Wien präsentiert hat. Zentrales Ergebnis ist der Begriff der „aktivierenden Reichweite“: Der nichtkommerzielle Rundfunk setzt früher an als klassische Marktreichweite – er ermöglicht Menschen, selbst über Ereignisse zu berichten, die in anderen Medien keinen Niederschlag finden. Die Grenze zwischen Produzierenden und Publikum verschwimmt dabei bewusst.
In der Diskussion mit DORFTV-Mitgründer Otto Tremetzberger und dem scheidenden Politikredakteur Martin Wassermair – moderiert von Dominika Meindl – ging es um die Spannung zwischen Community-Auftrag und journalistischem Anspruch. Wassermair vermisste in der Studie Begriffe wie Journalismus oder Klimakrise; Grünangerl hielt dagegen: Diese Themen fließen aus den Interviews ein – systematisiert, nicht als bloße Fallbeschreibung.
Einigkeit herrschte über Medienkompetenz als demokratische Schlüsselressource. Tremetzberger verwies auf konkrete Zahlen: täglich rund 25.000 Personen, die DORFTV schalten, und 15.000 aktiv Beteiligte in Produktionen des nichtkommerziellen Sektors in Oberösterreich allein – ein Indikator für genau jene aktivierende Reichweite, die die Studie beschreibt.
Die Sendung ist hier abrufbar.


