Grünangerl & Steinmaurer präsentieren „Digital Skills Austria IV“
Die Studie „Digital Skills Austria IV“ (2026) zeigt, wie gut Österreicher:innen Falschinformationen erkennen – und wo die größten Lücken liegen.
Im Auftrag der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) wurde die vierte Ausgabe der Studienreihe „Digital Skills Austria“ veröffentlicht. Verfasst wurde sie von Manuela Grünangerl (Universität Salzburg) und Dimitri Prandner (Universität Linz); Thomas Steinmaurer (Universität Salzburg) war an Fragebogenkonstruktion und Projektadministration beteiligt.
Die Studie widmet sich in ihrem diesjährigen Schwerpunkt der gesellschaftlich relevanten Frage, wie resilient die österreichische Onlinebevölkerung gegenüber Desinformation und Falschinformation ist. Grundlage ist eine repräsentative Online-Befragung mit 2.207 Teilnehmer:innen (strukturgleich mit der österreichischen Onlinebevölkerung ab 14 Jahren).
Die Ergebnisse zeigen ein ausgeprägtes Problembewusstsein: Rund 70 % der Befragten sehen Desinformation als ernsthafte Bedrohung für das Vertrauen in Politik, Medien und demokratische Prozesse. Die tatsächliche Erkennungsleistung ist jedoch heterogen – im Durchschnitt wurden vier von sieben Nachrichtenbeispielen korrekt eingeordnet. Besonders auffällig: Inhalte, die den Befragten bereits bekannt erschienen, wurden deutlich häufiger als wahr eingeschätzt – ein Hinweis auf den sogenannten Illusory-Truth-Effekt.
Die statistischen Analysen belegen, dass nicht demografische Merkmale, sondern vor allem digitale Kompetenz, politische Orientierung und Mediennutzung erklären, ob Personen Desinformation erkennen. Die Nutzung sogenannter Alternativmedien geht dabei mit deutlich schlechteren Ergebnissen einher, während höhere digitale Kompetenz als stärkster Einzelprädiktor für Desinformationsresilienz identifiziert wurde.
Die Studie erscheint in drei Teilberichten: einem Schwerpunktbericht zu Desinformation, einem Bericht zum Vergleich digitaler Kompetenzmodelle sowie einem Methodenbericht.
Studie: hier.


