KoWi Salzburg auf der ICA 2026 in Kapstadt
Acht Wissenschaftler:innen des Fachbereichs Kommunikationswissenschaft vertraten die KoWi Salzburg auf der 76. ICA-Konferenz in Kapstadt und präsentierten dort preisgekrönte Forschungsergebnisse sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen Bereichen der globalen Kommunikationswissenschaft.
Die Jahreskonferenz der International Communication Association brachte führende Wissenschaftler:innen aus aller Welt zusammen, um das Thema „Kommunikation und Ungleichheiten im Kontext“ zu erörtern. Vom 4. bis 8. Juni entsandte der Fachbereich Kommunikationswissenschaft eine zahlreiche Delegation: Ricarda Drüeke, Corinna Peil, Nils Förster, Mhairi Louise Rundell, Thawab Hilal, Hanan Badr, Thomas Birkner und Antonia Bockamp.
Eine bedeutende Auszeichnung für die Forschung zu digitaler Pflege und Arbeit
Der Beitrag von Ricarda Drüeke und Corinna Peil mit dem Titel „Mediated Care Assemblages: Maintaining Kinship and Work under Digitalization on Family Farms“ wurde mit zwei renommierten Auszeichnungen geehrt: dem „Top Four Paper Award“ und dem „John Garrison Memorial Award for Applied Research“ der Abteilung für Interpersonelle Kommunikation.
Die Studie untersucht qualitative Fallstudien familiengeführter landwirtschaftlicher Betriebe und zeigt auf, wie digitale Technologien die tägliche Arbeit, die Beziehungen zwischen den Generationen sowie die Verteilung von Arbeits- und Betreuungsaufgaben neu gestalten. Anstatt die Digitalisierung als rein technische Innovation zu betrachten, entwickeln Drüeke und Peil eine Theorie darüber, wie sie neue Formen kommunikativer Betreuungs- und Pflegearbeit erfordert – „vermittelte Betreuungsassemblagen“. Die Ergebnisse befassen sich direkt mit der ungleich verteilten kommunikativen Arbeit, die im Zuge der digitalen Transformation entsteht – ein Thema, das tief mit dem zentralen Schwerpunkt der Konferenz auf Kommunikation und Ungleichheit im Einklang stand.
Neue Forschungsansätze zu Sport und Medien
Thomas Birkner stellte auf dem Internationalen Sport- und Mediensymposium aktuelle Forschungsergebnisse in den Mittelpunkt und präsentierte dort sein Rahmenkonzept zur Medienanalyse sowie ausgewählte Masterarbeiten von Viola Birkenmaier und Jonas Frey. Die Podiumsdiskussion unterstrich das Engagement des Fachbereichs, studentische Forschungsarbeiten weiterzuentwickeln und auf internationalen Plattformen zu präsentieren.
Kritische Stimmen zu Fortschritt, Exil und Aktivismus
Nils Förster, Mhairi Louise Rundell und Thawab Hilal stellten im Rahmen des Forschungsprogramms „Philosophy, Theory, and Critique“ gemeinsame Arbeiten vor und stellten dabei kritische Fragen zu den konstruktiven und destruktiven Aspekten der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Ungleichheit.
Hanan Badr leistete in verschiedenen Bereichen einen umfangreichen Beitrag zur Auseinandersetzung mit drängenden aktuellen Themen. Sie moderierte eine Podiumsdiskussion zum Thema Exiljournalismus, an der internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Vera Slavtcheva-Petkova, Celeste González de Bustamante, Carlos Arcila Calderón, Anda Rozukalne und Summer Harlow teilnahmen. Darüber hinaus stellte Badr gemeinsam mit Carola Richter einen Beitrag vor, in dem ein theoretischer Rahmen zum Exiljournalismus entwickelt wurde, und arbeitete mit Alice Beazer an einer Forschungsarbeit über pro-palästinensische Aktivisten in Deutschland.
Antonia Bockamp stellte Forschungsergebnisse darüber vor, wie NGO-Diskurse den Journalismus im Exil darstellen, wobei sie Fragen der Stimme, der Repräsentation und der Vertreibung in den Vordergrund stellte.
Ein Fachbereich auf der internationalen Bühne
Diese gemeinsame Präsenz auf der ICA 2026 spiegelt das Engagement des Fachbereichs für drängende Fragen zu Technologie, Arbeit, Fürsorge, Mitsprache und sozialer Ungleichheit wider – eine Forschung, die sich direkt damit befasst, wie Kommunikation Ungleichheit prägt und wie Gemeinschaften den digitalen Wandel bewältigen.


















